Die Welt zu Gast bei Freunden
Die Blödheit vieler Zeitgenossen scheint grenzenlos, uns den Fussball ins alltäglichen Leben zu zwingen. Angefangen von Nutella im runden Fussball-Glas und völlig verblödete Media Markt und Obi-Werbung bis hin zur -hab ich gehört, kein Witz- "Fussballrente". Eine Handvoll Irre wird man wohl damit erreichen, die Mehrzahl der selbst Fussballbegeisterten geht das zwischenzeitlich schon richtiggehend auf den Sack.
Nun die Welt zu Gast bei Freunden, ja schön ausgedacht. Das klitzekleine Problemchen ist nur, dass die Freunde, die man vornehmlich in den Fussballstadien der Regionalliga trifft, so gar nicht in die netten WM-Spots passen würden. Hier ist man eher Grossdeutschland.
So wird beispielsweise der Verein Tennis Borussia Berlin ganz unverhohlen und fast schon offiziell als der "Juden-Verein" bezeichnet. Selbstredend, dass es in Fan-Foren und im Stadion ganz selbstverständlich antisemitische Parolen hagelt. Du bist Deutschland eben. So ähnlich mag auch der Leipziger Spieler Adebowale Ogungbure gedacht haben, für den ob seiner Hautfarbe fast jedes Spiel zum Märtyrium avansierte. Er hatte sich ja schon fast an die Ausdrücke "Bimbo, Nigger" und weiß der liebe Henker wieviel Scheiße ein faschistoides Gehirn sonst noch so produzieren kann gewöhnt. Im Spiel gegen Halle wird er angespuckt und 90 Minuten lang provoziert -mit nachgeahmten Affenlauten, sobald er an den Ball kam. Und dann kam was kommen mußte, sein Geduldsfaden riß. Er provozierte zurück, hob den Arm zum Hitlergruß. Zwar konnte er dem danach entstanden Tumult gerade so entfliehen. Nicht aber der deutschen Justiz, die die rassistischen Übergriffe der Fans wohl als "ist halt so" hinnimmt, seine Reaktion darauf jedoch nicht. Er wurde angeklagt nach Paragraph 86a "Zurschaustellung von verfassungsfeindlichen Symbolen". Du bist Deutschland eben. "Im Grunde sind die nicht rassitisch", sagt eine Polizistin, aus einer Hundertschaft, die immer öfter benötigt werden um dritt oder viertklassige Spiele zu eskortieren – während eine Horde singt " eine U-Bahn von St.Pauli nach Auschwitz". Es hat sich offensichtlich bei den Neonazis herumgesprochen, dass der Fussball, respektive die unteren Ligen eine prima Plattform für politische Agitation sind. So hatte jüngst die NPD einen WM-Planer vorgestellt mit dem Motto "weiß -nicht nur eine Trikotfarbe -Für eine echte NATIONAL-Mannschaft". Auf dem Cover wurde ein quasi arischer Fußballer abgebildet, der pikanterweise die Nummer 25 auf seinem Trikot trägt. Die Nummer, die der Spieler Owomoyela mit deutsch-afrikanischer Abstammung inne hat. Immerhin hatte man versucht durch die aufwändige Renovierung des Berliner Olympiastadions, den alten Geist Hitlers, der da noch irgendwo in den Mauern schwebte zu tilgen. Mit den Fans der besonderen Art wird das wohl nicht so einfach. Die Welt zu Gast bei Freunden, auch wenn es eben etwas seltsame Freunde sind.


am 10. Apr. 2006
Wieder einmal einen Geschmacklosigkeit pur. Nur weil ein paar Bekloppte im Osten durchdrehen, müßt Ihr den Fussball so darstellen als ob es hier nur Nazis gibt!
Selbst die Manschaft mit dem Hitlergruß darzustellen ist fast schon ekelhaft !
am 12. Apr. 2006
ich finds gut ;)