Tempolimit, Rauchverbot und ökologische Exekution
Zumindest die Generalprobe in Form des Rauchverbots scheint schon mal prima funktioniert zu haben.
Noch bevor die Sektkorken zur Ruhe gekommen sind, wird es schon mal Zeit zu checken was wir denn noch so in der Mottenkiste der Volksgängelungen haben:
Ganz gute Idee Tempolimit.
Im weitesten Sinne dürfte auch das dem weit verbreiteten Healthism –der zwanghaften und übertriebenen Gesundheitsvorsorge des einzelnen oder der gesamten Bevölkerung.
Ich muss dazu sagen, dass ich nun selbst kein Raser bin und auch über eine gewisse ökologische Grundausrichtung verfügen. Jaja ich hab in der Vergangenheit sogar noch ein paar mal die Grünen gewählt. Allerdings zu Zeiten als die Grünen noch eine freche freiheitsliebende Partei waren und mit dem derzeitigen neokonservativen Haufen nicht oder zumindest nicht viel zu tun hatten. Na ja Jugendsünden.
Jedenfalls wäre mir die Sache mit dem Tempolimit ziemlich wurscht, wenn, ja wenn da nicht wieder diese politischen Hütchenspielertricks im Gange wären, die mich beim Rauchverbot schon so mächtig böse gemacht haben.
Und in der Tat die Parallelen sind erschrecken, mehr noch befürchte ich dass dies mehr und mehr zur politischen Unsitte wird und –ganz nebenbei gesagt- die Hauptursache für Politikverdrossenheit darstellt.
Ich will da mal etwas weiter ausholen um das deutlicher zu erklären: Zum Thema Rauchverbot hatte ich mir den „Spaß“ gemacht alle Parteien anzuschreiben um die Substanz der jeweiligen Argumentation rauszukriegen:
Ich bin fast überall enttäuscht worden. CDU und FDP haben lediglich mit standardisierten mails geantwortet, die im Grunde genommen völlig an der Frage vorbei gingen. Im Falle der FDP waren diese mails zudem so veraltet, dass sie inhaltlich bereits falsch waren. Nun wer möchte denn eine Partei wählen, die einem mit der größtmöglichen Deutlichkeit klar macht, dass man es ablehnt den Wähler ernst zu nehmen, oder noch schlimmer interpretiert, die der Ansicht sind, der Wähler wäre so rotzdoof, dass er noch nicht einmal merkt, dass es sich nur um inhaltloses Gewäsch handelt. (mehr…)
Eva Hermann, Nazis und probiotische Salami
Ich muss vorneweg erwähnen, dass ich sie allesamt nicht mag.
Ich mag Kerner, der mit seinen Segelohren wie ein Taxi mit offenen Türen aussieht, der mir mächtig auf den Sack geht mit seinem dümmlich heimeligen Geschwafel und mir mit seinen gesundheitsfetischistischen Werbespots für probiotische Salamie und Mineralwasser mächtig auf den Sack geht.
Ich mag Mario Barth nicht, zumindest das nicht was er macht. Flache Gags ohne Tiefgang von denen mir dir meisten in irgendwelchen Formen geklaut vorkommen. Zumindest muss man den Eindruck haben, wenn man mal „Cavemann“ gesehen hat.
Ich mag Margarete Schreinemakers nicht besonders – abgesehen von Ihrer nasalen Jammerstimme, die hat was. Wobei Schreinemakers vielleicht noch den Weg eines gut gelagerten Whiskeys beschreiten könnte: Je älter desto besser.
Senta Berger hatte ich noch nie bewusst wahrgenommen.
Eva Hermann hat zweifellos was an der Waffel.
Ich habe ihre Bücher nicht gelesen, und bin mir auch –sollte mir nicht irgendjemand unerwartet mit einem mächtigen Vorschlaghammer eins auf den Helm geben – ziemlich sicher, dass es auch so bleiben wird.
Es gibt in der Tat keinen schlüssigen Grund, weshalb man Loblieder auf die braunen Muttis des dritten Reiches singen sollte, außer man hat einen Zustand erreicht, der sich für gewöhnlich nur durch Dimethyltryptamin oder anderen Drogen erreichen lässt:
Völliger Realitätsverlust bei vollem Bewusstsein. (mehr…)
Vernunft made in USA
Bisweilen waren wir tatsächlich geneigt zu glauben, dass die Amerikaner ein durch geknalltes bigottes Volk seien. Zumindest spätestens seit in einigen Gegenden in den Schulbüchern die Evolutionstheorie durch die biblische Schöpfungsgeschichte ersetzt wurde.
Ich musste mich eines besseren belehren lassen:
Amerika kann trotz aller abstrusen Merkwürdigkeiten ein Ort bestechender Vernunft sein.
Zumindest beweist das jüngst Tom Neuville, der Senator von Minnesota.
Natürlich bin ich wieder mal bei meinem Lieblingsthema Rauchverbot. Während hierzulande offenbar alle Politiker jeglicher Couleur Vernunft und Rückgrat Partei politischen Überlegungen und auf Wählerstimmen ausgerichteten Kalküls opfern, nimmt Neuville in seinem Kommentar „ why I voted against the stadewide smoking ban“ in einer nie da gewesenen Deutlichkeit Stellung zum Passivrauch und Rauchverboten.
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