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Wie man Ticket-Kontrolleur wird

Posted in Erlebnissberichte von RST am 7. Sep. 2006

Ein Erfahrungsbericht, in fünf Akten: 

Egal wen du in Berlin danach fragst, wen er auf der ganzen Welt am meisten hasst, die Antwort lautet: die U-Bahn-Kontrolleure.

 Wenn man einmal von den ganzen DJs/ Grafik-Designern/ Models im Heer der Arbeitslosen absieht, bleiben offenbar nur ein paar Vollidioten – ausgestoßen aus der Gesellschaft aber mit offenen Armen in der großen Familie namens BVG willkommen geheißen. Das vorweg.
Ich bekam einen Witz von einem Gehalt dafür, in einem Call-Center zu sitzen und mit sozialen Härtefällen zu sprechen, also erschien mir der Kontrolleurs-Job wie ein Schritt nach oben auf der Karriereleiter und ein einfacher Weg, Geld zu machen. Ich schickte meine Bewerbung ab und nach drei Wochen strapaziösem Training war ich ein offizieller Angestellter der BVG.

Das Training

Herauszufinden, wie man Kontrolleur wird, ist viel schwerer als du denkst. Nach zwei Tagen am Telefon spreche ich endlich mit einem Typen von einer der privaten Sicherheitsfirmen, die die BVG als Subunternehmer einsetzt, um ihre Kontrolleure einzustellen. Das ist eine Art von Rückversicherung für die BVG. Wenn ein Kontrolleur jemandem eine reinhaut, sagen sie einfach, es sei die Schuld der Sicherheitsfirma, weil die dem Trottel einen Job gegeben haben, und die BVG kommt mit weißer Weste aus der Sache raus. Der Kollege am Telefon meint, ich müsse mindestens 21 und als arbeitslos registriert sein.

Man muß mindestens 21 und als arbeitslos registriert sein… 

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Postkapitalismus

Posted in Erlebnissberichte von RST am 3. Jan. 2006

 Wie schaffen es Discount-Frisöre a lá Hairtie mit Kampfpreisen um die 5 Euro für Herren und nicht mal 10 Euro für Damenschnitte wirtschaftlich zu überleben? Ich mein, die müssen Miete für den Laden, Gehalt für die fest angestellten Mitarbeiter sowie etliche Fixkosten zahlen und trotz allem scheint das ganze sogar unter der überschrift wirtschaftlich erfolgreich zu laufen. Ja mehr sogar, die expandieren. Wie geht das? Also ich war heute beim Hairtie Frisör. Der hat sicherlich 20Minuten dafür benötigt mich wieder gepflegt durch die Straßen Berlins schicken zu können. 5 Euro in 20 Minuten! 5 EURO! Das sind in der Stunde ganze 15EURO Einnahme. Geh ich nun davon aus das in der Stunde 15 bis 20EURO erwirtschaftet werden wird das am Tag nicht mal 170EURO sein – die ein Mitarbeiter erwirtschaftet! Wenn der nun sein 1100 € brutto mit nach Hause nehmen will hat er die nach 21 Arbeitstagen zwar locker drin aber wo ist die Rendite für den Chef? Eins bin ich mir sicher. Ackermann würde mit seiner angepeilten Rendite von 25% hier nur das weinen bekommen. Nun muß ich der ordnungshalber allerdings noch hinweisen das meine weibliche Begleitung der festen Überzeugung ist das mein Frisör homosexuell war. OK, das würde auch die gratis Kopfhautmassage erklären und die freie Kopfformbestimmung. Ein eher profitorientierter hätte mich in schätungsweise 7Minuten durch gebracht… Aber was für Margen zur Hölle haben dann die "normalen" Frisöre & ist Udo Walz bereits Millionär?