Das Ende der [be]Deutungshoheit
- oder das Ende der europäischen Idee -
Es ist vorbei. Fast wär man geneigt ciao, au revoir, good by hinterher zu rufen – wäre nur der Anlass nicht so traurig.
Eine Idee ist gestorben. Der Todesspruch festgemeißelt in Granit.
Aber was ist passiert? Dafür gibt es zwei Antworten, die jede für sich schon brisant, zusammengemengt aber eine Sprengkraft von bislang unabschätzbaren Ausmaß besitzt.
- Die Teilung der Welt verläuft nicht mehr durch Berlin und die Mitte Deutschlands.
- Das BGH hat gesprochen und damit den Kampf um Bedeutungshoheit und somit globaler Gestaltungsmacht brutal beendet.
Gebt den Iranern die Bombe
- oder vom modernen Gutmenschentum und warum es bald richtig Action geben wir -
"Die sind ja unterentwickelt/ haben keine Demokratie/ kein ordentliches Rechtssystem."
Mit genau diesen Aussagen kann der Durchschnittsbewohner der westlichen Hemisphäre charakterisiert werden. Und genau dort fängt das Problem von uns "Weißen" – also der Europäer und US-Staatler – an, denn im Grunde versteckt sich dahinter nichts anderes als Gutmenschentum. Der permanent erhobene Zeigefinger mit der "Du-Du-Du" Rethorik. Wie hat er uns nicht schon in der eigenen Sozialisation genervt.
Warum können wir dann erwarten damit ganze Regionen missionieren zu können?
Oder wie anders kann man anders erklären, dass wir einem entwickelten Staat wie dem Iran das Recht auf die Kernkraft abstreiten wollen? Jetzt magt der geneigte Leser über das Wort "entwickelt" stolpern – Erwischt! (mehr…)
Manipulation oder die Macht der Studien
Jetzt haben wir den Salat. Wobei den Salat haben wir schon lange, jetzt ist er quasi auch noch angemacht.
Der Salat bestehend aus einer Inflation von Studien, etwas Hirnschmalz als Dressing drüber und als Politik serviert.
Tatsächlich ist es so dass noch nie so viele Studien oder auch Zeugs erstellt wird, was als solches bezeichnet wird wie derzeit. Studien sind die Grundpfeiler unserer Politik, Studien sind Macht.
Wer sich heute nur einen weisen Kittel anzieht und mindestens drei Zeitgenossen zu irgendetwas befragt, tituliert das als Studie und ab damit durchs Sprachrohr.
Sprachrohr ist in diesem Fall die Presse, die im Regelfall ungefiltert das Zeugs hinausposaunt.
Zum einen spart es journalistische Arbeit, da man die Pressemitteilungen von Firmen und Institutionen in der Regel wörtlich übernehmen kann. Gleichzeitig bietet es einen prima Gelegenheit sich bei seinen lukrativen Werbekunden mal so richtig schön zu revanchieren und quasi Folgeaufträge zu sichern.
Nicht selten winkt bei der Gelegenheit noch ein hübsch dotierter Journalistenpreis.
Vor allem mit medizinischen Studien lassen sich da prima Sensationen basteln, wo es keine gibt. Nehmen wir mal an eine Pharmakonzern erfindet eine Krankheit und liefert das zugehörige Präparat gleich mit dazu. Wir nehmen mal an, dieses Mittelchen wurde an 1000 Personen verabreicht und die Symptome der Phantomkrankheit tauchen in dieser Gruppe einmal auf. Man nehme eine gleichgroße Kontrollgruppe dazu und stellt fest zufrieden fest, dass hier jenes Phänomen zweimal auftritt. Jeder vernünftig denkende Mensch, würde hier sagen: Humbug.
Der Auftraggeber der Studie wird dennoch zufrieden sein, kann er sich doch sicher sein, dass die Presse eine Meldung wie „ Das Präparat halbiert das Risiko einer Erkrankung“ daraus macht.
Allerspätestens jedoch wird die Politik, die ja zu jeder Entscheidung die Bevölkerung mit Studien einzulullen versucht, mittels Rosinenpickerei das so hinzudrehen zu wissen, dass es gut klingt. Zumindest das sich „Handlungsbedarf“ daraus ableiten lässt.
So macht das beispielsweise der Genosse Tiefensee, wenn er mal wieder den Bußgeldkatalog erhöht. Das wird natürlich durch eine Studie über die Verkehrstoten flankiert. Dass das Strafregister nun innerhalb kürzester Zeit bereits zweimal erhöht wurde, kaschiert nur mühsam, dass es sich eigentlich um Abzocke handelt. Dass die Opferzahlen im Straßenverkehr seit Jahren rückläufig sind, verschweigt der Genosse mal wieder geflissentlich.
Es scheint vielmehr eine Pflichtübung eines Verkehrsministers alljährlich da mal eine deutliche Erhöhung durchzusetzen. Immerhin ist es eine der wenigen Gelegenheiten einmal mehr ins Rampenlicht zu gelangen, wenn einem beispielsweise das in-den-Sandsetzen einer Bahnprivatisierung oder eines Transrapidprojektes nicht so sehr liegt.
Nicht dass ich da jetzt dafür wäre, aber wenn olle Wolle mal nicht nur heuchlerisch seinen Verkehrstoten dienlich sein möchte, könnte er ja auch die Geschwindigkeit gänzlich begrenzen und die Auto gesetzlich bei einer Höchstgeschwindigkeit abriegeln lassen.
Aber letztlich geht es ja um einen fest kalkulierten Posten im Budget: Einnahmen aus Verkehrskontrollen. Bei dieser Gelegenheit muss ich noch mal eben loswerden, dass mir aufgefallen ist, dass auf den Autobahnen an Baustellen neuerdings die Geschwindigkeit von früher 80 Km/h konsequent auf 60 km/h abgebremst werden.
Das dürfte nicht nur ökologischer Unsinn sein, und dürfte noch nicht einmal der Verkehrssicherheit dienlich sein – im Gegenteil.
Wem es noch nicht aufgefallen ist, der soll man darauf achten, dass neuerdings an nahezu jeder Baustelle ein Stau entsteht.
Man müsste hier schon schwer ausgefeilte Studien vorlegen um zu belegen, dass es hier nicht einzig darum geht den fruchtbaren Acker für Radarkontrollen zu bestellen.
Dass mit so genannten Studien in aller Regel manipuliert wird, wissen wir nicht erst seit dem vorliegenden Armutsbericht, der –oh wunder- einen Rückgang der Armutsgefährdung in Ostdeutschland ausweist. Anderen Studien zufolge ist hier das Risiko um etwa 3% Punkte angestiegen. Allerdings macht sich das für einen SPD Minister recht blöde belegen zu müssen, dass man die letzte Jahre in der Regierungsverantwortung gepfuscht hat.
Also ab in die Schublade, und lieber das rausgekramt, was brauchbar erscheint.
Manchmal frage ich mich, was für Schreibtische in jenen Büros stehen, wie groß deren Schubladen sein müssen.
Und dann heute die kleine Überraschung. Eine Studie der Medizinischen Universität Wien über Krebs erregende Handys ist offenbar gefälscht worden. Scheinbar genügt eine Laborantin an der falschen Stelle, die nunmehr bereits gestanden hat, Ihre ganze Vorgehensweise sei auf die Erzeugung vorgefasster Resultate angelegt gewesen.
Nun Ihren Job hat sie bereits damit verloren.
Ich vermag das nicht zu beurteilen, ob Mobilfunk nun zu Krebs führen kann oder nicht. Allerdings dürfte recht schnell klar sein, dass in diesem Schreckensmeldungen in diesem Bereich der Politik alles andere als gelegen kämen. Immerhin darf man dabei nicht vergessen, dass erst wenige Jahre zuvor sich das hiesige Finanzministerium eines recht üppigen Geldregens durch die Veräußerung von UMTS Lizenzen verschaffen konnte.
Nicht auszudenken, wenn man in diesem Milliardengeschäft nun durch Verbote sich mit etwaigen Rückforderungen herumschlagen müsste.
Erstaunlich in jedem Fall, das eines der überzeugendsten Indizien war, dass die Masse der Studien keine zellschädigende Wirkung nahe legt.
Dass dies ein eher halbherziges Argument sein dürfte, zeigt sich einmal mehr an der berühmten 3301 Passivrauchtoten-Studie des DKFZ. Auch hier kommt die überwiegende Mehrzahl alternativer Studien zum Ergebnis, dass eine Gefährdung durch Passivrauch nicht nachgewiesen werden kann, ohne das jemand Zweifel an der DKFZ Studie hegt.
Hier gibt es noch nicht einmal eine Laborantin, die eine Gelegenheit gehabt hätte Messwerte zu verändern. Bei dieser Studie handelt es sich noch nicht einmal um eine Studie, sondern aus fast willkürlich zusammen gefummelten Erkenntnisse und Phrasen, die aus anderen Studien aus dem Zusammenhang gerissen wurden.
Während die Medizinische Universität Wien mit Hinweisen an die Fachpresse bemüht ist Ihr Renomee zu bewahren, scheint das DKFZ zumindest keinen Ruf mehr zu verlieren haben.
Immerhin scheint diese Studie nicht nur politisch, sondern auch wirtschaftlich einigermaßen opportun. Zumindest für das DKFZ. Wenn es denn so etwas wie einen Auftraggeber für die Studie gibt, so käme man zwangsläufig nicht am Pharmaunternehmen Pfizer vorbei, die nicht nur eine Vielzahl der Seminare des DKFZ finanziert, sondern auch eine Reihe von mehr oder minder dubiosen Vereinen, wie etwa den WAT e.V. von Frau Pötschke-Langer.
Wie dieses indirekte sponsoring funktioniert hat uns jüngst die WHO selbst in Großbritannien demonstriert, bei dem selbst die Pharma Unternehmen letzten Endes kalte Füße bekommen haben.
Bei Pfizer schließlich geht es um nicht mehr und auch nicht weniger als um die selbst prognostizierte Umsatzgröße in Höhe von ca. 1 Milliarde für das Rauchentwöhnmittel Champix. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der Pfizer Deutschlandchef den Umzug von Karlsruhe nach Berlin mit den Worten: Man wolle näher an der Politik sein, begründete.
Daher liegt es natürlich auch auf der Hand, dass die Nichtraucherfront bei allen Verbotsforderungen bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Vorzüge von Champix in den Fordergrund stellen, Frau Pötschke-Lange sogar die offen die Bundesregierung aufgefordert hat, dafür zu Sorgen, dass die Kosten für Champix zukünftig von den Krankenkassen übernommen werden sollten.
Wir hatten das schon mal vor einigen Jahren, damals wurde von Gesundheitsaposteln bei gleichzeitigen Forderungen nach Rauchverboten das Präparat Zyban der Firma GlaxoSmithKline (überigens ein weiterer Sponsor von Pötschkes WAT e.V.) gepusht.
Erst nach Todesfällen durch die Nebenwirkungen verlor sich die Dynamik.
Seit nunmehr 14 Tagen warnt das FDA quasi das amerikanische Pendant zur deutschen Zulassungsbehörde für Arzneimittel offiziell vor der Einnahme von Champix.
In Heidelberg wiederum hüllt man sich in Schweigen, wer möchte schon seine Gönner verprellen?
Man kann es drehen und wenden wie man möchte: Zu jeder Studie gibt es einen Auftraggeber, der im Regelfall die gewünschten Ergebnisse mitliefert, sollte sich dies partout nicht vereinbaren lassen, verschwinden diese Studien irgendwo im Nirvana.
Gerüchten zufolge sollte der Leiter der Untersuchungskommission, der die gefälschte Handystudie entlarvt haben will, ein Jurist der Mobilfunkindustrie sein.
Wie dem auch sei. Meiner Ansicht nach könnte man die Problematik nur dadurch lösen, dass man eine unabhängige Stelle etabliert, die die benötigten Studien in Auftrag gibt, forschungswillige Unternehmen könnten dabei in ein Budget einzahlen, ohne, dass das jeweilige Geld einer gewissen Studie zugeordnet werden kann und damit ein direkter Einfluss umgangen werden kann.
Allerdings werden wir aller Wahrscheinlichkeit nach feststellen, dass dann Forschungsgelder nur noch spärlich fließen werden, da viele Unternehmen und Institutionen nicht an Studien interessiert sind, deren Ergebnis nicht im Vorfeld feststeht.
Aber mal ehrlich, was nützt uns eine Forschung, die man beim besten Willen nicht als objektiv bezeichnen kann ?
Sagt mal, habt ihr sie noch alle ?
Man gewöhnt sich so ziemlich an alles möchte man meinen. Die meisten Zeitgenossen haben sich derweil auch schon klammheimlich damit abgefunden, dass die Gesetzgebungsmaschinerie offenbar völlig aus dem Ruder läuft. Man kann noch nicht mal Fünfe grade sein lassen und die Politiknasen einfach quatschen lassen, ein Aufbegehren dagegen nimmt schon den Charakter der Notwehr an.
Politik verkommt zu einer lächerlichen Parodie, bei der kein Tag vergeht an dem nicht eine neue populistische Sau durchs Dorf getrieben wird.
Es sind wieder einmal die grenzdebilen Deppen der SPD (ich darf das sagen, ich habe sich schließlich lange genug gewählt), die mir die Zornesröte ins Gesicht treiben. Der Kinderschutz soll jetzt ins Grundgesetz. Das klingt prima, das macht sich auch gut, vor allem im Wahlkampf. Aber es ist einfach geschissen, ungefähr so sinnvoll als wenn wir jetzt ins Grundgesetz schreiben “im Sommer soll immer schönes Wetter sein”.
In unserem Grundgesetz ist der Schutz und die Würde des Menschen sehr vielfältig bedacht. Warum also müssen jetzt da die Kinder rein? Sind das keine Menschen, oder warum sollen die jetzt urplötzlich gesondert erwähnt werden. Wann kommen die Brillenträger ins Grundgesetz? Mit derselben Logik wäre auch eine Formulierung wie Die Würde des Menschen und des Islamisten ist unantastbar, sehr schön.
Warum zerrt den ollen Beck nicht mal jemand von der Bühne ? Dieser Vorschlag ist nicht nur so intelligent wie ein Stück Brot, sondern schlichtweg zynisch. Der Präsident des Kinderhilfswerkes -wird zwar im Regelfall nicht gehört- gibt zu bedenken, dass all jene Misshandlungsfälle, die jetzt das legislative Sautreiben beflügeln, in aller Regel ein Armutsproblem sind. Demnach ereignen sich 95% dieser Misshandlungen im Armutsmilieu, also genau da wo ganze Bevölkerungsschichten mit Harz4 und einigen weiteren Einsparungen so richtig sozialdemokratisch gefickt wurden um jetzt quasi als Laudatio im Grundgesetz wieder aufzutauchen.
Das ist zynisch, das ist an Heuchelei kaum zu überbieten.
Okay wir gehen mal wieder zum Ausgangspunkt zurück: Die Kinder. Man muss die Medien nicht wirklich aufmerksam verfolgen um den Eindruck zu kriegen, hierzulande werden tausende Kinder misshandelt, getötet und wahlweise in Blumenkübeln oder Gefriertruhen oder sonst irgendwelchen greifbaren Behältnissen verbuddelt. Daneben gibt es offenbar eine riesige Anzahl an Kindern, die vergewaltigt und getötet werden, die es dann im weiteren Verlauf als die kleine Maggi oder Julia oder wie auch immer in den Medien zu trauriger Berühmtheit bringen.
An einem Punkt gibt es weiters nichts zu diskutieren: Kindesmisshandlung in jeder Form ist eine widerwärtige, kranke Perversion. Punkt. (mehr…)
Mein Freund Kelber
Ihr kennt ihn wahrscheinlich mittlerweile gut: Ulrich Kelber.

